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Pflanzung einer Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)

Am 07.04.2018 auf dem Flurstück 88 „An der Linde“ der Gemarkung Klosterbuch, an der Kreuzung Mühlweg/Weg von Tautendorf (Schäferei) nach Altenhof

Das Team mit der gepflanzten Sommerlinde - Foto: Frank Ende
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Das Team mit der gepflanzten Sommerlinde - Foto: Frank Ende

Auf dem Vorwerk Tautendorf bei Klosterbuch, welches sich vor Zeiten im Besitz des Klosters Buch befand, betrieben die Zisterzienser Mönche langjährig Schafzucht, weshalb das Gut auch „Schäferei“ genannt wurde. Von hier führte dereinst ein von den Mönchen viel begangener Weg nach Altenhof (dem „alten Hof“), dem ältesten Besitztum des Klosters. Er begann am Vorwerk (der „Schäferei“), verlief dann durch den „Rothen Grund“ hinauf zum „Mühl(en)-Weg“ (Weg von Klosterbuch nach Eichardt bzw. Wollsdorf), kreuzte diesen Weg und führte nun auf der Hochfläche nach Altenhof hinein. Dort, wo der Mönchspfad den Mühl(en)-Weg überquerte, stand bis in die 1980er Jahre eine mächtige, uralte Linde, die man aufgrund ihres Standorts (am Wege, auf der Höhe, an einer Flurgrenze) den Wege-, den Höhen- beziehungsweise den Grenzlinden zuordnen konnte und die dem angrenzenden Flurstück den Namen „An der Linde“ gab.

Als Wegelinden bezeichnete man Linden, die zur weithin sichtbaren Markierung an Wegekreuzungen, Wegeabzweigungen, Wegegabelungen, Wegekurven und Wegeränder gepflanzt wurden. Diese Linden schützen darüber hinaus Passanten und Fahrzeuge zuverlässig vor Sturm, Regen, Hagel, Staub sowie greller Sonne und waren Lebensraum vieler Tierarten.

Unter Höhenlinden verstand man Linden, die frei an exponierten Stellen von Hochflächen und Bergregionen standen. Sie stellten wichtige Markierungspunkte dar, prägten in entscheidendem Maße das Bild der Landschaft und waren häufig bedeutsame Aussichtspunkte.

Zur Kennzeichnung (Markierung) von Grenzen dienten früher neben Grenzfurchen, Malhaufen, Grenzsäulen, Grenzpfählen und Grenzsteinen häufig auch Malbäume (Markierungsbäume, Grenzbäume). Als Malbäume wurden oft Linden gesetzt, die man Grenzlinden nannte.

Die besagte, hochbetagte Linde an der Wegekreuzung Mühl(en)-Weg/Mönchspfad wurde Ende der 1980er Jahre von einem gewaltigen Sturm entwurzelt. Mitglieder der NABU-Regionalgruppe Lößhügelland und des Forstreviers Klosterbuch pflanzten daraufhin 1989 eine „Nachfolgerin“ der alten „Mühlweg-Linde“, die aber leider nach einigen Jahren einging. Die Baumfreunde von der NABU-Regionalgruppe Lößhügelland und vom Forstrevier Klosterbuch sind jedoch sehr beharrlich und setzen am 7. April 2018 erneut eine Linde am „Mühl(en)-Weg“ und am einstigen „Mönchsweg“ in die Erde. Wichtige Beweggründe für diesen Schritt sind unter anderem:

  1. Durch die Neupflanzung soll ein traditionsreicher, heimatgeschichtlich bedeutsamer Lindenstandort erhalten bleiben
  2. Zudem soll eine exponierte und weithin sichtbare Baummarke auf der waldarmen Hochfläche geschaffen werden, die das Bild der Landschaft prägt und die wie die Linden auf dem „Galgenberg“ sowie dem „Geyersberg“ in Fischendorf, die „Kapellen-Linde“ bei Polkenberg/Korpitzsch und die „Jubiläumslinde“ auf dem „Pfarrberg“ in Gleisberg zu den herausragenden Höhenlinden unserer engeren Heimat zählt.
  3. Die „Mühlweg-Linde“ soll im Laufe der Jahre zu einem Wander-, Ausflugs- sowie Erholungsziel und zu einem Aussichtspunkt unserer Region werden, von wo aus man auf einer Bank ruhend herrliche Nah- und Fernsichten genießen und unsere Heimat näher kennenlernen kann.
  4. Und nicht zuletzt soll sich der Lindenbaum zu einem bedeutsamen Lebensraum für viele verschiedene Tierarten entwickeln.

Bliebe zu hoffen, dass die „Mühlweg-Linde“ gut gedeiht, vor Zerstörung sowie Krankheiten bewahrt bleibt, ein so hohes Alter wie ihre Vorgängerin erreicht und dass die mit ihrer Pflanzung verbundenen Ziele verwirklicht werden können.

Pflanzung einer Sommerlinde am 7. April - Foto: Angelika Leonhardt
Bei der Pflanzung der Sommerlinde - Foto: Angelika Leonhardt
Die Mühlenweg-Linde - Foto: Angelika Leonhardt
Das Team mit der gepflanzten Sommerlinde - Foto: Frank Ende
Oliver Leipacher und Angelika Leonhardt - Foto: Frank Ende
Die gepflanzte Sommerlinde einen Monat später - Foto: Angelika Leonhardt

Wanderempfehlungen zur „Mühlweg-Linde“

  1. Klosterbuch (Ort) → Klosterbuch (Forsthaus) → Mühl(en)weg/„Buchberg“ bei Klosterbuch → Mühlweg/„An der Linde“ → Eichardt → Feldweg zum Schafbachtal → an der Wegegablung links halten → Schafbachtal → Scheergrund → Klosterbuch (auf der Straße oder im Hangwald)

  2. Klosterbuch (Ort) → Klosterbuch (Forsthaus) → Mühlenweg/„Buchberg“ → Mühlenweg/„An der Linde“ → „An der Linde“ links in Feldweg nach Altenhof einbiegen → Altenhof → im Dorf links abbiegen bis zur Wegekreuzung → hier rechts weiter wandern → Höhenweg (Heuweg) → Heuweg am Riedelsteig bis Riedelsteig-Weg → links abbiegen → Riedelsteig-Weg → „Buchberg“ bei Klosterbuch → Forsthaus Klosterbuch → Klosterbuch (Ort)

Klaus Friedrich
Mitglied der NABU-RG Lößhügelland

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